Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
- e.ekert
- 1. Juni
- 2 Min. Lesezeit

Die meisten von uns haben gelernt, freundlich mit anderen umzugehen – mitfühlend, unterstützend, verständnisvoll. Aber wie reden wir eigentlich mit uns selbst, wenn etwas nicht gelingt? Oft ziemlich streng und hart: „Hättest du dich nur mehr angestrengt…“„Wie konntest du das wieder vermasseln?“„Kein Wunder, dass du…“
Diese Stimme kennst du vielleicht auch. Sie ist laut, kritisch, fordernd. Und sie kommt selten alleine – sondern oft genau dann, wenn wir uns ohnehin verletzlich oder überfordert fühlen. Dabei brauchen wir in diesen Momenten nicht Härte, sondern etwas ganz anderes: Selbstmitgefühl.
Was ist Selbstmitgefühl – und was nicht?
Selbstmitgefühl bedeutet, dir selbst wohlwollend mit Freundlichkeit und Verständnis zu begegnen – besonders in schwierigen Momenten. Es heißt nicht, dich rauszureden oder zu bemitleiden. Es heißt auch nicht, Verantwortung abzugeben oder Probleme zu ignorieren.
Es bedeutet:
fehlerfreundlich mit dir zu sein, wenn du scheiterst
deine Gefühle ernst zu nehmen, statt sie zu verdrängen
dich so zu behandeln, wie du deine beste Freundin behandeln würdest
Warum Selbstkritik nicht motiviert
Viele glauben, sie müssten sich selbst antreiben – mit Druck, mit Strenge, mit inneren „Tritt in den Hintern“. Aber Studien zeigen: Selbstkritik schwächt auf Dauer das Selbstvertrauen, blockiert Wachstum und erhöht Stress.
Selbstmitgefühl dagegen:
beruhigt das Nervensystem
fördert emotionale Resilienz
stärkt deine Motivation – auf gesunde Weise
Denn wer sich sicher und angenommen fühlt, traut sich auch mehr zu!
3 Impulse für mehr Selbstmitgefühl im Alltag
Werde achtsam für deinen inneren Dialog.
Frag dich: Würde ich so mit jemand anderem sprechen?
Benutze deinen Namen.
Statt: „Ich bin so blöd.“
Sag: „[Dein Name], du hast gerade dein Bestes gegeben. Es ist okay, dass es nicht perfekt lief.“
Das schafft emotionale Distanz – und mehr Wärme.
Lege eine Hand aufs Herz oder den Bauch.
Eine einfache Geste mit großer Wirkung – sie beruhigt, verbindet und bringt dich zurück zu dir.
Fazit: Du darfst auf deiner Seite sein
Selbstmitgefühl ist kein „nice to have“, sondern eine wichtige innere Haltung, die dich stärkt – vor allem dann, wenn es im Außen schwierig wird. Du musst nicht perfekt sein. Du darfst Mensch sein. Und du darfst lernen, freundlich mit dir selbst zu werden – Tag für Tag ein kleines Stück mehr.
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Veröffentlicht am 01. Juni 2026

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